Heimvorteil Heidelberg: Deutsche Para Judoka peilen Medaillen an

Für die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft steht vom 14. bis 16. August 2026 ein echtes Highlight an: die Europameisterschaften im SNP dome in Heidelberg. Für die Titelkämpfe vor heimischer Kulisse hat Bundestrainerin Carmen Bruckmann ein junges und ambitioniertes Team nominiert – bis zu drei Medaillen sind das Ziel für die talentierte Auswahl.

Spätestens beim Grand Prix im Jahr 2024 hat sich Heidelberg als deutsche Hochburg im Para Judo etabliert. Mit den Europameisterschaften wartet nun der nächste Höhepunkt auf die Stadt am Neckar. „Es ist einfach super, dass wir die Halle gut kennen. Für die Athletinnen und Athleten ist es toll, dass Familie und Freunde vor Ort sein können. Das macht die Titelkämpfe besonders schön“, sagt Bundestrainerin Carmen Bruckmann.  

Für das junge deutsche Team bedeuten die Wettbewerbe vor heimischer Kulisse aber nicht nur Emotionen – es ist auch ein schwieriger Spagat zwischen den beiden Großevents des Jahres. Rund sechs Wochen nach der EM stehen vom 25. bis 27. September die Weltmeisterschaften in Georgien auf dem Programm. „Unser Fokus liegt schon auf der WM. Aber dadurch, dass die EM im eigenen Land stattfindet, hat das Turnier für uns einen besonderen Stellenwert. Wir haben ein sehr junges Team und befinden uns noch im Aufbau – sogar auch schon im Hinblick auf die Paralympics 2032 in Brisbane“, erläutert Carmen Bruckmann.  

Apropos junges Team: Vier Athleten und zwei Athletinnen kämpfen auf der Matte in der Heidelberger Wettkampfstätte. Mit 27 Jahren ist Isabell Thal schon die Älteste in der deutschen Mannschaft. Für die gebürtige Essenerin geht es am Freitag, 14. August, vor allem darum, an die EM 2025 anzuknüpfen, bei der sie mit der Bronzemedaille belohnt wurde. Gibt es erneut Edelmetall? Gut möglich, die Chancen dafür stehen gut: „Im vergangenen Jahr bin ich bei der EM Dritte geworden. Nach meinem bisherigen Saisonverlauf habe ich definitiv die Erwartung an mich selbst, erneut eine Medaille zu gewinnen“, sagt Isabell Thal. Als zweite Teilnehmerin geht die 24-jährige Vanessa Wagner an den Start, die vor der EM lange verletzt war, aber noch rechtzeitig für die Wettbewerbe fit geworden ist.  

Bei den Herren, die neben den Einzelwettkämpfen auch im Team antreten, liegt der Fokus auf Lennart Sass. Der Lokalmatador, der in Heidelberg lebt und trainiert, geht ebenfalls zum Auftakt am Freitag mit der Mission Titelverteidigung in die Wettbewerbe. Der gebürtige Kieler ist in seiner Klasse seit den Paralympics 2024 ungeschlagen. Das soll auch so bleiben: „Mein Ziel ist es, in bester Form auf der Matte zu stehen und meinen Titel zu verteidigen. Gerade vor heimischem Publikum, meiner Familie und Freunden, möchte ich fokussiert sein und meine beste Leistung abrufen“, meint Lennart Sass. Der 26-Jährige steht vor einer besonders herausfordernden Zeit. Zwischen den sportlichen Höhepunkten mit EM und WM absolviert Sass sein erstes Staatsexamen im Rahmen seines Jura-Studiums.  

Ebenfalls gute Aussichten auf einen Platz auf dem Podium hat Daniel Goral, nachdem er im vergangenen Jahr sowohl bei der WM als auch bei der EM die Bronzemedaille gewonnen hat. Für die jungen Talente Samuel van Melle und Béla Bel Heinze geht es in erster Linie darum, Erfahrung auf allerhöchstem Niveau zu sammeln.  

Carmen Bruckmann freut sich ganz besonders auf die EM im eigenen Land: „Para Judo ist in Deutschland spürbar im Aufwind. Wir hatten in den vergangenen Jahren einige Talenttage und Sichtungsveranstaltungen, sodass wir einige neue, junge Athletinnen und Athleten gewonnen haben. In Deutschland hat Para Judo inzwischen einen großen Stellenwert in der Judo-Szene, da wir auch einige Erfolge in letzter Zeit feiern durften. Die EM wird uns noch einmal einen Schub geben.“

124 Athletinnen und Athleten aus 23 Nationen kämpfen in Heidelberg ab Freitag, 14. August, um die Medaillen. Der Eintritt im SNP dome ist kostenlos.

Weitere Informationen und Ergebnisse gibt es auf der Webseite des internationalen Verbandes.

Darüber hinaus können die Wettkämpfe im Livestream auf Sporteurope.TV verfolgt werden.

Der Zeitplan:

Freitag, 14. August:

Ab 10 Uhr: Lennart Sass (J1, -81 kg), Isabell Thal (J2, -60 kg), Béla Bel Heinze (J2, -81 kg), Samuel van Melle (J2, -81 kg), Vanessa Wagner (J1, -52 kg)

Ab 15 Uhr: Finalrunde

Samstag, 15. August:  

Ab 10 Uhr: Daniel Goral (J2, -95 kg)

Ab 15 Uhr: Finalrunde

Sonntag, 16. August:  

Ab 10 Uhr: Team-Wettbewerb

Das Aufgebot:

Der Kader der Herren:

Daniel-Rafael Goral (Alter: 26 / Verein: SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg e.V. / Geburtsort: Hamburg), Béla Bel Heinze (21 / 1. Mannheimer JC / Braunschweig), Lennart Sass (26 / Rendsburg TSV / Kiel), Samuel van Melle (18 / TSV München-Großhadern von 1926 e.V. / Oberschleißheim)

Der Kader der Damen:

Isabell Thal (27 / Budoka Höntrop e.V. / Essen), Vanessa Wagner (24 / 1. Mannheimer JC / Görlitz)

Wissenswertes rund um die Sportart Para Judo gibt es auf parasport.de.

Quelle: DBS